Ein typischer Einkaufswagen für die Gastronomie umfasst Produkte wie Sonnenblumenöl, Milch, Pasta, Pommes oder Burger. Großkunden können den modellierten CO₂-Fußabdruck ihres individuellen Warenkorbs – auch für Nonfood-Produkte – anfragen und erhalten daraufhin produktspezifische Angaben in Kilogramm CO₂-Äquivalenten pro Kilogramm Produkt (kg CO₂e/kg). CO₂-Äquivalente berücksichtigen neben CO₂ auch weitere Treibhausgase, die entsprechend ihrer Klimawirkung umgerechnet werden. Foto: Metro Deutschland
Emissionsdaten für mehr Transparenz
Für das Sortiment der Metro Deutschland gibt es jetzt modellierte Product Carbon Footprints, die Großkunden auf Anfrage zur Verfügung gestellt werden. Damit erweitert das Unternehmen die Datentransparenz zu Treibhausgasemissionen entlang der Wertschöpfungskette.
VendingSpiegel, 24.06.2026 – Der Product Carbon Footprint (PCF) beschreibt die geschätzten Treibhausgasemissionen eines Produkts über dessen Lebenszyklus – von der Rohstoffgewinnung über Verarbeitung und Transport bis zum Kunden. Auf Nachfrage von VendingSpiegel teilt die Pressestelle der Metro mit, dass der Handelskonzern den CO2-Fußabdruck für das gesamte Sortiment berechnen könne, „also auch für alle Artikel aus dem Nonfood-Bereich“.
Bei Fleisch und Fisch beginnt die Ermittlung der Treibhausgasemissionen beispielsweise mit Emissionen aus Aufzucht und Fütterung, bei Obst und Gemüse aus dem Anbau. Für die Berechnung werden Verkaufsdaten – etwa zu Herkunft und Menge – mit Emissionsfaktoren aus anerkannten externen Datenbanken, zum Beispiel Agribalyse und Poore & Nemecek, verknüpft. Die momentan verwendeten Sekundärdaten stellen modellierte Näherungen dar, hierbei sind Abweichungen zu tatsächlichen Emissionen möglich. Perspektivisch arbeitet der Konzern daran, diese durch Primärdaten von Lieferanten weiter zu präzisieren.
Mehr Transparenz durch PCF
Der Service richtet sich zunächst an Großkunden, beispielsweise aus der Systemgastronomie oder Hotellerie. Sie können die PCF-Daten nutzen, um ein besseres Verständnis für emissionsrelevante Faktoren in ihrer Lieferkette zu gewinnen und fundierte Entscheidungen im Rahmen ihrer Nachhaltigkeitsstrategien zu treffen. Denn die Bereitstellung der PCF-Daten auf Produktebene macht klimarelevante Unterschiede zwischen den Produkten sichtbar: Kunden können so ihre Einkaufsentscheidungen an Nachhaltigkeitskriterien ausrichten und diese damit auch transparent gegenüber ihren Gästen kommunizieren. Darüber hinaus unterstützen die Daten Unternehmen bei der Erfüllung regulatorischer Anforderungen, etwa im Kontext der Nachhaltigkeitsberichterstattung.
Mit der modellierten Berechnung und Bereitstellung von Product Carbon Footprints schafft die Metro in Deutschland nicht nur Mehrwerte für die Kundschaft: Die systematische Erfassung von emissionsbezogenen Daten soll dem Großhändler eine solide Strategie zur Einbindung von Lieferanten ermöglichen, die Dekarbonisierung zu beschleunigen und die CO2-Reduzierung in das Tagesgeschäft einzubeziehen.
rl
