Als Anfang Mai auf der Venditalia das neue Protokoll EVA Smart-Link präsentiert wurde, war der Andrang vor der Bühne besonders groß. Foto: Nolte
Einheitlicher Branchenstandard kommt
Während der Venditalia wurde der neue Branchenstandard Smart-Link offiziell vorgestellt. Nun gibt der europäische Verband EVA weitere Informationen zum neuen Ökosystem bekannt.
VendingSpiegel, 08.06.2026 – Am zweiten Messetag herrschte um 12 Uhr besonders großer Andrang vor der Präsentationsbühne auf der Venditalia. Vorgestellt wurde das neue Protokoll EVA Smart-Link, das die europäische Branche als einheitlicher Standard fit für die Zukunft machen soll. Die Architektur des Standards ist auf Interoperabilität ausgelegt, um die Kommunikation zwischen unterschiedlichen Lösungen im Unattended Retail zu ermöglichen. Dazu gehören Vending-Automaten, Tabletop-Geräte, Zahlungssysteme oder auch Management-Software.
Die EVA sieht eine große Notwendigkeit, eine einheitliche, zukunftsgewandte Lösung einzuführen. Denn aktuell sei die Branche stark fragmentiert. Demnach seien noch zahlreiche veraltete Protokolle wie MDB und Executive im Einsatz, zudem mangele es an der Interoperabilität zwischen Automaten und Peripheriegeräten. Nicht zuletzt würden Lieferanten den bestehenden Protokollen eigene Anpassungen hinzufügen. Das würde die Komplexität der Integration und letztlich auch die Kosten für Maschinenbetreiber erhöhen.
Smarte Branchenlösung
Angesichts neuer Markterwartungen bei den Themen Konnektivität und nahtlose Benutzererfahrung sowie auch regulatorischer Anforderungen an Cybersicherheit, Datenzugriff und Fiskalisierung hat eine Arbeitsgruppe aus EVA-Mitgliedern in den letzten zwei Jahren intensiv an der Ausarbeitung und Entwicklung von Smart-Link gearbeitet. Vorausgegangen waren jahrelange Untersuchungen, in denen die aktuelle Situation dokumentiert und die Bedürfnisse und Anforderungen der Branche erfasst wurden.
Das neue Protokoll basiert auf der OPC Unified Architecture (OPC UA) und ist als offene und frei zugängliche Spezifikation konzipiert. Dadurch können alle Branchenunternehmen uneingeschränkt auf Smart-Link zugreifen und den Standard implementieren. Ziel sei es, die Komplexität zu verringern, schneller Innovationen zu ermöglichen und letztlich die Markteinführungszeit für neue Produkte zu verkürzen, heißt es vom Verband.
EVA bittet um Mithilfe
In den kommenden Monaten wird die EVA im Rahmen einer Kommunikationskampagne die Spezifikation auf einer Reihe von Veranstaltungen nationaler Automatenverbände vorstellen und die Vorteile mit möglichst vielen Branchenakteuren erörtern. Die EVA-Arbeitsgruppe wird in den kommenden Monaten weitere Anpassungen an der Spezifikation vornehmen und bittet die Branche um Rückmeldungen. Bis Ende 2026 soll eine endgültige Fassung der Spezifikation veröffentlicht werden.
Ein Interview mit EVA-Geschäftsführer Erwin Wetzel zu den Hintergründen von Smart-Link lesen Sie in der Juni-Ausgabe von VendingSpiegel.
sn
