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 |  Sören Nolte  |  Branche

BDV

Im Juli befasste sich der Nachhaltigkeitsausschuss des BDV unter anderem mit praxisnahen Wegen für mehr Energieeffizienz, Ressourcenschonung und Wettbewerbsfähigkeit im Vending-Geschäft. Gastgeber der Sitzung war das bayerische Unternehmen Va-Q-Tec, Hersteller für thermische Energieeffizienz und temperaturkontrollierte Lieferketten. Foto: BDV

Strategien für mehr Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit

VendingSpiegel, 11.08.2026 – Die deutsche Automatenbranche soll in unterschiedlichen Bereichen nachhaltiger werden. Wie das gelingen kann und welche Mehrwerte dadurch für Operator entstehen, war im Juli Thema im BDV-Nachhaltigkeitsausschuss.

Mit technischen Innovationen, effizienten Prozessen und neuen Konzepten soll das Thema Nachhaltigkeit aus Sicht des Bundesverbands der Deutschen Vending-Automatenwirtschaft (BDV) langfristig ein fester Bestandteil des Vending-Marktes werden. Mit entsprechenden Strategien und Konzepten befasste sich Anfang Juli der gleichnamige Ausschuss. Wie der Verband hervorhebt, sei Nachhaltigkeit im Vending kein abstraktes Leitbild, sondern stelle eine konkrete Aufgabe im Unternehmensalltag dar. „Nachhaltigkeit bedeutet nicht, einfach nur ‚grün‘ zu sein. Es geht darum, ein Unternehmen so aufzustellen, dass es auch für die nächste Generation wirtschaftlich, ökologisch und sozial tragfähig bleibt“, hebt Maximilian Blum vom Düsseldorfer Operator Blum Vending hervor.

Ansatzpunkt gibt es demnach viele. So könnten Betriebsräume mit energieeffizienter Gebäudetechnik, Photovoltaik, LED-Beleuchtung, Bewegungsmeldern, Wärmepumpen oder intelligenter Eigenstromnutzung ausgestattet werden. Im Fuhrpark bietet sich die Möglichkeit auf Elektromobilität, Ladeinfrastruktur, optimierte Touren und einen bewussteren Umgang mit Lieferwegen zu setzen. Schließlich kann Nachhaltigkeit auch am Point-of-Sale sichtbar werden, beispielsweise durch effiziente Automaten, nachhaltigere Produktauswahl, regionale Zulieferer, recyclingfähige Verpackungen und Rücknahme- oder Mehrwegsysteme.

Logistik und Automatentechnik

Ein weiteres Beispiel ist die Logistik bei kühlpflichtigen Produkten. Denn diese entscheidet über Qualität, Lebensmittelsicherheit und Energieverbrauch, erläuterte Marc Moelter von Va-Q-Tec während der Verbandssitzung. „Passive, hochisolierende Kühlboxen, vorkommissionierte Ware, temperaturüberwachte Lieferprozesse und stabile Kühlleistung können dazu beitragen, aktive Kühltransporte zu reduzieren und gleichzeitig die Produktqualität bis zum Automaten zu sichern“, sagte Moelter. Der Branchenkenner betonte: „Das zeigt: Nachhaltigkeit bedeutet nicht Verzicht, sondern bessere Prozesse.“

Auch die Geräteentwicklung spielt laut Verband eine Schlüsselrolle. Moderne Verkaufsautomaten und Heißgetränkesysteme müssen demnach nicht nur zuverlässig und nutzerfreundlich sein, sondern auch energieeffizient, langlebig, reparaturfähig und recyclinggerecht konstruiert werden. Dämmung sei dabei ein oft unterschätzter Hebel – sowohl bei gekühlten Geräten als auch bei Heißgetränkeautomaten, etwa durch isolierte Boiler und Leitungen. Jede eingesparte Kilowattstunde wirkt sich laut BDV ökologisch und wirtschaftlich aus. „Energieeffizienz beginnt in der Konstruktion: bei sparsamen Komponenten, sinnvollen Software-Einstellungen, Energiesparmodi und einer guten Dämmung“, machte Nils Dörre von Sielaff deutlich.

Individuelle Angebote und Kommunikation

Wie der Verband hervorhebt, sei für glaubwürdige Nachhaltigkeitsmaßnahmen eine ehrliche Kommunikation erforderlich – insbesondere bei Kaffee und Füllprodukten. Siegel, Bio- und Fairtrade-Angebote, Herkunft, Anbauprojekte und Produktqualität sind demnach wichtige Bausteine. „Entscheidend bleibt jedoch die stringente Umsetzung: Nachhaltigkeit sollte nicht isoliert beim Kaffee enden, sondern auch Kakao, Milch, Energieverbrauch, Verpackung und Automatenbetrieb umfassen“, heißt es dazu vom BDV.

Aus Sicht von Stefan Heuberger von Alois Dallmayr Automaten-Service müssten die getroffenen Maßnahmen nicht nur zum Standort und Sortiment, sondern auch zur jeweiligen Kundengruppe passen. „Es gibt nicht den einen Kunden. Manche achten sehr genau auf Nachhaltigkeit, andere wiederum weniger“, sagte Heuberger während der Sitzung.

Darüber hinaus befasste sich der Ausschuss mit den Themen Verpackungen und regulatorische Anforderungen. „Die Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR) und nationale Umsetzungsschritte werden Hersteller, Inverkehrbringer und Operator künftig stärker beschäftigen“, betont der Verband. Für Unternehmen werde es wichtiger zu wissen, welche Verpackungen eingesetzt werden, woher sie stammen, wer als verantwortlicher Hersteller gilt und welche Pflichten daraus entstehen.

Thema mit Zukunft

Langfristig will der BDV das Thema Nachhaltigkeit noch enger in der Vending-Branche verwurzeln. „Nachhaltigkeit ist im Vending kein Projekt mit Anfang und Ende, sondern ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess – von der Betriebsstätte über den Fuhrpark bis zum Automaten“, ist Geschäftsführer Aris Kaschefi überzeugt. Die Branche verfüge bereits heute über zahlreiche praktische Ansatzpunkte. „Wer sie konsequent nutzt, kann Kosten senken, Ressourcen schonen und gegenüber Kunden glaubwürdig zeigen, dass Vending Teil moderner, effizienter und verantwortungsvoller Versorgungslösungen ist“, schreibt der Verband.