So gute Stimmung wie hier bei Kuchenmeister auf der ISM 2025 herrscht nicht überall in der Süßwarenindustrie: Laut Branchenverband BDSI waren im vergangenen Jahr die Exporte der deutschen Hersteller rückläufig. Foto: Nolte
Süßwarenindustrie verzeichnet sinkende Exporte
Wachsender internationaler Wettbewerb, hohe Kosten und handelspolitische Unsicherheiten belasten die deutsche Süßwarenindustrie. Das geht aus einer aktuellen Umfrage des Branchenverbands BDSI hervor.
VendingSpiegel, 02.06.2026 – Der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) zieht für das vergangene Jahr ein zweigeteiltes Fazit. Laut einer im Mai 2026 durchgeführten Branchen-Konjunkturumfrage blieb einerseits das Inlandsgeschäft der deutschen Hersteller von Süßwaren und Knabberartikeln stabil. Andererseits war jedoch das Exportgeschäft rückläufig: Im Vergleich zum Vorjahr exportierten die deutschen Hersteller 2025 rund 140.000 Tonnen weniger.
Als Gründe nennt der Verband international zunehmenden Wettbewerb, hohe Kosten sowie Unsicherheiten in der Handelspolitik. Und diese Belastungen spiegeln sich laut Umfrage auch in der wirtschaftlichen Einschätzung der Unternehmen wider: Demnach melden rund 45 Prozent der befragten Hersteller eine schlechtere Ertragslage, 42 Prozent berichten von einem rückläufigen Absatz. Als größter Kostentreiber wird von fast allen Befragten (90 %) gestiegene Personalkosten genannt, gefolgt von höheren Rohstoffpreisen (80 %). Belastungen durch Energiepreise und Logistikkosten kommen noch hinzu.
Politisches Handeln gefordert
Laut BDSI zeigt sich auf den Auslandsmärkten ein uneinheitliches, insgesamt verhaltenes Bild. Zwar konnte ein Viertel (26 %) der Unternehmen die Ausfuhren steigern, ein Drittel (33 %) verzeichnete jedoch Rückgänge. Die Hälfte (52 %) der Befragten sieht sich international einem erheblich wachsenden Wettbewerb ausgesetzt. Zusätzlich belasten laut Verband die US-Zusatzzölle das Geschäft. „Für 2026 erwartet nahezu jedes zweite Unternehmen eine weitere Verschlechterung seines US-Geschäfts mit Süßwaren und Knabberartikeln“, hebt der BDSI hervor.
Der Branchenverband fordert die Politik in Berlin und Brüssel deshalb auf, die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen gezielt zu stärken. „Hohe Kosten, zunehmende Bürokratie und handelspolitische Unsicherheiten erschweren Planungssicherheit und Investitionen“, mahnt der BDSI. Wer Produktion, Arbeitsplätze und Wertschöpfung in Deutschland sichern wolle, müsse die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Branche verlässlich verbessern.
sn