Antonia Baravalle, CEO Lavazza Group, blickt auf ein herausforderndes Geschäftsjahr 2025 zurück. Foto: Lavazza Group
Kaffeeröster steigert Umsatz in schwieriger Marktlage
VendingSpiegel, 02.04.2026 – Die Lavazza Group ist weltweit in mehr als 140 Märkten aktiv und erzielte im Geschäftsjahr 2025 einen Gesamtumsatz in Höhe von 3,9 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einem Plus von 15,7 Prozent, was jedoch durch Preiserhöhungen begründet sein dürfte. Denn die Absatzmengen gingen im selben Zeitraum zurück, schreibt das Turiner Kaffeeunternehmen in der offiziellen Mitteilung – jedoch ohne Verweis auf genauere Details.
Wachstum in China und Nordamerika
Bezogen auf einzelne Regionen werden einzelne Kennzahlen genannt. So wuchs der Umsatz in Nordamerika um 26,9 Prozent, insbesondere in den Segmenten Retail und E-Commerce, sank jedoch in Polen (-26 %) und Frankreich (-16,3 %). Schwierigkeiten und sinkende Absätze werden explizit für Deutschland und die Balkanregion aufgeführt, jedoch ohne Angabe genauer Daten. Indes konnte Lavazza die eigene Position in China weiter ausbauen und rechnet mittel- bis langfristig mit einer Festigung der Marktposition – insbesondere im Coffee-Shop- und Retail-Bereich.
In einer insgesamt schwierigen Lage sei es gelungen, das Jahr mit positiven Ergebnissen bei allen wichtigen Finanzkennzahlen abzuschließen, betont Lavazza Group-CEO Antonio Baravalle. Demnach stieg das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) auf 340 Millionen Euro (+8,8 %), die Ebitda-Marge sank auf 8,8 Prozent (-0,5 %). Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) wird mit 157 Millionen Euro ausgewiesen (+20,7 %). Einen Zuwachs gab es auch beim Nettogewinn, der um zehn Prozent auf 92 Millionen Euro anstieg.
Schwierigkeiten und Maßnahmen
Diese Ergebnisse dürften nach Einschätzung der Unternehmensleitung aber nicht über die Schwierigkeiten hinwegtäuschen, mit denen die Gruppe sowie der gesamte Kaffeemarkt derzeit konfrontiert sei. Antonio Baravalle nennt hier unter anderem hohe Rohstoffkosten, geopolitische Spannungen und regulatorische Herausforderungen. Erschwerend kämen klimatische Entwicklungen, Logistikkosten, US-Zölle und nicht zuletzt auch „extrem hohe“ Rohkaffeepreise hinzu: Diese seien zwischen Anfang 2021 und 2025 bei Arabica um 230 Prozent gestiegen, bei Robusta um 325 Prozent.
Dem setzte die Gruppe im vergangenen Jahr verschiedene Maßnahmen zur Steigerung der Kosteneffizienz entgegen, beispielsweise in den Bereichen Lieferkette, Lagerbestände, Warenströme oder in der Straffung des Produktportfolios. Eine zentrale Rolle spielte demnach auch die Diversifizierung nach Vertriebskanälen und Regionen, indem sowohl der B2C- als auch der B2B-Markt abgedeckt werden. Laut Mitteilung steht das Omnichannel-orientierte Modell weiterhin im Fokus, mit geplanten Investitionen in den Segmenten Retail, Gastgewerbe, OCS und Vending sowie E-Commerce. Welche Investitionen geplant sind, wird nicht genannt. Auch gibt CEO Baravalle keine konkreten Prognosen für das laufende Geschäftsjahr ab. Wichtig werde es sein, agil zu bleiben und auf weitere Entwicklungen reagieren zu können – das hätten die ersten Monate des Jahres 2026 bereits gezeigt.
sn