Rhenser
Mineralbrunnen meldet Insolvenz an
Der Getränkehersteller Rhenser Mineralbrunnen ist insolvent. Das Insolvenzverfahren wurde Anfang März eröffnet. Der Geschäftsbetrieb sowie die Abfüllung sollen uneingeschränkt weiterlaufen.

VendingSpiegel, 25.03.2026 – Seit 1862 füllt das Traditionsunternehmen in Rhens Mineralwasser ab und ist in der Region um Koblenz verwurzelt. Nun musste die Rhenser Mineralbrunnen GmbH am 3. März beim Amtsgericht Koblenz einen Insolvenzantrag stellen. Das Gericht bestellte Rechtsanwalt Alexander Jüchser zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Nach dem plötzlichen Tod des langjährigen Geschäftsführers Christian Berentzen Mitte Februar (VendingSpiegel berichtete) ist die Insolvenz die zweite Hiobsbotschaft für den Abfüller.

Mehrere Gründe für Schieflage

Laut Pressemitteilung läuft der Geschäftsbetrieb uneingeschränkt weiter. Die Abfüllung der gesamten Produktrange in Glas-, PET- und Tetra-Top-Flaschen sowie die Auslieferung an Kunden sind demnach sichergestellt. „Unser vorrangiges Ziel ist es, den Geschäftsbetrieb zu stabilisieren und die Voraussetzungen für eine nachhaltige Fortführung des Unternehmens zu schaffen“, erklärt Alexander Jüchser. „Dazu verschaffen wir uns derzeit einen umfassenden Überblick über die wirtschaftliche Situation und führen Gespräche mit Kunden, Lieferanten und weiteren Geschäftspartnern“, fügt er hinzu.

„Gründe für den Insolvenzantrag sind insbesondere der hohe Wettbewerbsdruck im Getränkemarkt, gestiegene Transportkosten, anhaltend geringe Margen sowie eine aktuelle Zurückhaltung der Konsumenten im Markt“, erläutert der kaufmännische Leiter Christian Kolb. Gestiegene Kosten und zu geringe Margen führten in eine finanzielle Schieflage und schließlich in die Insolvenz.

Langfristige Lösung noch offen

Es ist nicht die erste Situation dieser Art für den Mineralbrunnen. Im Jahr 2016 hatte das Unternehmen ein Eigenverwaltungsverfahren durchlaufen. Damals gelang es, den Mineralbrunnen erfolgreich zu restrukturieren und an die inzwischen verstorbenen Brüder Christian und Friedrich Berentzen zu übertragen. In diesem Zusammenhang war seinerzeit der sanierungserfahrene Manager Holger Sieck interimistisch als Geschäftsführer eingesetzt worden. Holger Sieck bringt nun erneut seine Erfahrung in den laufenden Prozess ein. Zudem berät Rechtsanwalt Marco Ihrlich von der Kanzlei Eich Jakob & Partner mbB aus Koblenz das Unternehmen.

„Welche konkrete Lösungsoption am Ende in Betracht kommt, lässt sich zu diesem frühen Zeitpunkt noch nicht absehen“, sagt Holger Sieck und ergänzt: „Aber wir sind zuversichtlich, dass wir eine nachhaltige Zukunftslösung für Rhenser Mineralbrunnen entwickeln und realisieren.“ Das Unternehmen arbeitet seit vielen Jahren insbesondere mit regionalen Kunden zusammen. „Das ist für uns eine Verantwortung auch für die Zukunft, der wir mit diesem Schritt weiter gerecht werden können“, betont Sieck. Vertriebsleiterin Sabrina Wilking hat die Bedürfnisse der Kunden im Blick und will auf „die gewachsenen Marktbeziehungen als wesentlichen Wert des Rhenser Mineralbrunnens“ setzen.

sn

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